Von der „Gruppe der Vierzig“ und den Schöpfern der Revolution vom 26. September bis hin zur politischen Exil-Elite

Ahmed Al-Arami

Dichter, Schriftsteller und Forscher

Im Jahr 1962 vollbrachten die Jemeniten eine der größten Revolutionen der modernen Geschichte in der Region – und vielleicht der Welt. Sie stürzten das tyrannische Imamat, das seit 1918 über den Jemen herrschte und den Norden des Landes in eine doppelte Isolation gezwungen hatte: erst durch die Herrschaft des Osmanischen Reiches und anschließend durch die selbst auferlegte Abschottung.

Diese Revolution war das Ergebnis zahlreicher Faktoren, die sich verbanden: einerseits die wachsende innere Wut in der Gesellschaft angesichts einer bedrückenden Last aus Isolation und Ungerechtigkeit, andererseits Einflüsse der Aufklärung, die von jemenitischen Studenten getragen wurden. Diese hatten im Ausland studiert und kehrten mit einem neuen Licht zurück, um an der Gründung des modernen jemenitischen Staates mitzuwirken, der später als „Arabische Republik Jemen“ bekannt wurde.

Besonders hervorzuheben ist in den historischen Schriften zur Revolution von 1962 die sogenannte „Gruppe der Vierzig“ – eine Pioniergruppe jemenitischer Studenten, die ins Ausland geschickt wurden, um in verschiedenen Hauptstädten zu studieren: Kairo, Bagdad, Beirut und Aden (damals Hauptstadt der Volksdemokratischen Republik Jemen).

Außerhalb des abgeschotteten Jemens kamen sie in Berührung mit Tageszeitungen, freien Universitätsdebatten und Strukturen der Zivilgesellschaft in Ländern, die bereits wesentliche Fortschritte in Aufklärung und Modernisierung gemacht hatten. Dort gab es Druckereien, eine entwickelte Presse und öffentliche Diskurse.

Diese Erfahrungen gaben ihnen ein breites Wissen in Politik, Verwaltung und Kultur. Sie öffneten ihnen zugleich die Augen für das Licht, das ihrem eigenen Land fehlte. Wer in einer solchen Lage ist, muss notwendigerweise einen Vergleich ziehen zwischen der eigenen Lebensrealität und dem, was er in anderen Ländern erlebt. Dies wird unweigerlich zu einem Antrieb und zu einem Verantwortungsgefühl für das eigene Land. Genau das tat diese Gruppe: Sie kehrten nicht nur mit akademischen Abschlüssen zurück, sondern mit einem umfassenden Geflecht aus Ideen und Erfahrungen. Sie wollten im eigenen Land sehen, was sie anderswo gesehen hatten. Kurz gesagt: Sie waren Wurzeln und ein Fenster des Lichts zwischen Jemen und der Welt.

Die Mitglieder dieser Gruppe bildeten keine offizielle oder organisierte Bewegung. Vielmehr verkörperten sie eine spontane zivilgesellschaftliche Strömung, die später mit Worten, Schriften und Reden wirkte und auch aus Gefängnissen, Lagern oder ihren Exilen heraus einen revolutionären Diskurs gegen das Imamat unterstützte. So wurden sie zur intellektuellen und zivilen Keimzelle der Idee des modernen Jemen.

Unter den bekanntesten Mitgliedern: Mohsen Al-Aini, Abdullah Al-Kurshumi, Abdel-Latif Dhaif Allah, Abdullah Juzaylan und Mohammed Al-Hunumi. Sie waren spezialisiert in verschiedenen Bereichen – Recht, Politik, öffentliche Verwaltung, Bildung und Journalismus. Diese Vielfalt befähigte sie dazu, aktiv an der Formulierung des rechtlichen und institutionellen Systems der Republik mitzuwirken, eine nationale Basis von Fachleuten und Beamten aufzubauen und die im Ausland erworbenen Kenntnisse mit den praktischen Bedürfnissen des neuen Staates zu verbinden.

Diese Gruppe hatte eine doppelte Rolle: intellektuell und politisch auf der einen Seite, administrativ und praktisch auf der anderen. Auf intellektueller Ebene beteiligten sie sich an studentischen Publikationen und Diskussionen der jemenitischen Diaspora, stets unterstützend für die nationalen Umwälzungen. Auf praktischer Ebene bildeten sie nach der Revolution den Kern der neuen Elite: Sie übernahmen Ministerien, militärische und administrative Funktionen und trugen zum Aufbau der modernen Staatsinstitutionen bei – von Ministerien über Bildungs- und Gesundheitsdienste bis hin zu einer funktionierenden Bürokratie.

Diese Erfahrung rufen wir heute ins Gedächtnis – inmitten einer großen Parallele zwischen damals und heute. Denn nach der Machtübernahme der neuen Imame in Gestalt der Huthi-Bewegung über Sanaa und weite Teile Nordjemens im Jahr 2014 verließ die politische Elite und die legitime Regierung größtenteils das Land, um im Ausland Sicherheit und Stabilität zu suchen.

Mit den Jahren schien dieses Exil mehr Selbstzweck als Mittel zu werden. Viele Geflüchtete richteten sich in den Annehmlichkeiten des Exils ein, genossen persönliche Vorteile, ohne ihre Präsenz im Ausland in tatsächliche Anstrengungen zur Wiederherstellung des Staates oder zum Schutz seiner Institutionen zu übersetzen. Diese Passivität schwächte die Wirksamkeit der Legitimität vor Ort, verschärfte das Leid der Bürger und machte den Jemen zu einer anhaltenden Geiselkrise – genährt von einer Gruppe von Profiteuren im Ausland.

Zwischen der Revolution von 1962 und ihrem 63. Jubiläum ist viel Wasser den Fluss hinuntergeflossen. Doch eines bleibt: Das jemenitische Volk, das im 19. und 20. Jahrhundert unter den härtesten Bedingungen von Unwissenheit, Armut und Krankheit lebte, konnte sich erheben und die Ketten des tyrannischen Imamats sprengen.

Und heute? Heute sind die jemenitischen Jugendlichen – durch die Chancen, die die September-Revolution eröffnete, bewusster, gebildeter und kultivierter – in der Lage, dem neuen Imamat standhaft entgegenzutreten, selbst wenn es versucht, sich hinter den Parolen der Republik zu verstecken.

Zwischen dem September von 1962 und dem September von heute bleibt die Herausforderung bestehen: Werden die Jemeniten die Erfahrung der ersten Elite aufgreifen und aus ihr lernen, um ihre Gegenwart und Zukunft neu zu gestalten?