Aktivitäten

Programme und Aktivitäten der Sawt-Stiftung im Jemen im Zeitraum 2011–2022

Programm für Bildende Künste

•       Projekt „Sawt Cinema“ (2015–2016):

Das Projekt „Sawt Cinema“ etablierte einen dynamischen kulturellen Raum für junge Frauen und Männer – sowie für die breite Öffentlichkeit – in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa, indem es eine vielfältige Auswahl jemenitischer, arabischer, europäischer und amerikanischer Spiel- und Dokumentarfilme präsentierte und diskutierte. Das Projekt wurde in zwei Phasen umgesetzt und zeigte 58 Filme, unterstützt vom Prins Claus Fonds und der Botschaft der Niederlande. Mehr als 2.500 Personen nahmen an den öffentlichen Vorführungen teil. Jede Vorführung wurde von intensiven kulturellen, intellektuellen und künstlerischen Diskussionen über die Filme und ihre Themen begleitet. Ziel des Projekts war es, Frieden und die Akzeptanz des „Anderen“ zu fördern. Unter dem Titel Sawt Cinema: The Soft Change wurden zwei Bände veröffentlicht (Band I im Jahr 2015 und Band II im Jahr 2016).

•       Fotografieausstellung (2013):

In Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung – Büro Jemen – organisierte Sawt eine Fotoausstellung mit 50 Bildern, die die Rolle der „Frauen im Schatten“ hervorhob – jener, die in den Medien nicht sichtbar sind, wie Hausfrauen, Mütter und Lehrerinnen – während der Ereignisse von 2011. Die Ausstellung fand im Haus der Kultur in Sanaa statt und dauerte anderthalb Monate. Sie umfasste eine Reihe von Begleitveranstaltungen, darunter Fachbeiträge von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die die Darstellung von Frauen in verschiedenen Medien analysierten. Im Rahmen der Ausstellung wurde zudem eine Gruppe von Frauen geehrt.

•       Projekt für Bildende Kunst (2014):

Dieses Projekt hatte zum Ziel, die Rolle jemenitischer Frauen aus unterschiedlichen sozialen Gruppen, Berufen und Alterskategorien hervorzuheben. Eine seiner zentralen Aktivitäten war das Malen von Porträts jemenitischer Pionierinnen an die Wände der Fakultät für Geisteswissenschaften im Jahr 2014 – zeitgleich mit der weltweiten Kampagne 16 Tage gegen geschlechtsbasierte Gewalt.

•       Filmproduktionsprojekt (2011):

In Partnerschaft mit der Friedrich-Ebert-Stiftung – Büro Jemen – produzierte dieses Projekt den Dokumentarfilm Yemeni Women Creating Change, der die Bestrebungen und Ziele jemenitischer Frauen in kulturellen, sozialen, bildungspolitischen, medialen und politischen Bereichen beleuchtete. Der Film wurde ins Deutsche übersetzt und 2012 in Berlin, 2013 an der Universität Hamburg sowie in mehreren arabischen Ländern gezeigt.

•       Kurzfilm Circumcision of the Soul (2022):

Im Jahr 2022 produzierte Sawt einen kurzen Animationsfilm mit dem Titel Circumcision of the Soul, der sich mit dem Thema weibliche Genitalverstümmelung (FGM) befasste. Der Film gewann den ersten Platz in Asien und Nordafrika und erhielt eine Auszeichnung vom Arabisches Frauenzentrum für Ausbildung und Forschung (CAWTAR) sowie von der Internationalen Föderation für Familienplanung (IPPF) – Regionalbüro Arabische Welt. Der Film untersuchte die Folgen der FGM und ihre schädlichen Auswirkungen. Er wurde ins Englische übersetzt und 2023 an der Universität Hamburg sowie in mehreren arabischen Ländern gezeigt.

Programm für Lokale und Internationale Beteiligung

Die Sawt-Stiftung beteiligte sich an zahlreichen lokalen und internationalen Initiativen, darunter:

•       Teilnahme am Arabischen Medienbeobachtungsnetzwerk über das Bild von Frauen und Männern in den arabischen Medien.

•       Beitrag zur Entwicklung der Arabischen Medienstrategie und Teilnahme an der Arabischen Mediencharta-Konferenz 2014.

Menschenrechts- und Kulturprogramm

Sawt arbeitete mit mehreren lokalen Partnern zusammen, um kulturelle und menschenrechtliche Anliegen zu fördern und sich für diese einzusetzen, sowie um zentrale Themen wie das erzwungene Verschwindenlassen aufzugreifen – mit dem Ziel, das Bewusstsein zu schärfen und Verantwortung einzufordern. Zu den Partnern gehörten das jemenitische Kulturministerium, der jemenitische Schriftsteller- und Autorenverband sowie die Zeitung Al-Nidaa